Discussion:
private Rente und freiwillige gesetzliche KV
(zu alt für eine Antwort)
Helmut Richter
2017-01-22 20:25:20 UTC
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Raw Message
Trifft es zu, dass private Renten bei der freiwilligen Mitgliedschaft in
der gesetzlichen Krankenversicherung Einkünfte sind, für die der
Beitragssatz von rund 15 % an die KV abzuführen ist?

Unter einer privaten Rente verstehe ich einen Vertrag, aufgrund dessen
der VN dem VU einmalig (oder in mehreren Raten) einen größeren
Geldbetrag gegeben hat und dafür von einem Stichtag an eine regelmäßige
Zahlung vom VU erhält. Es kann dabei eine Vereinbarung geben, dass ein
Anteil des Geldes beim Tod des VN ausgezahlt wird, wenn vorher ein zu
geringer Anteil als Rente ausgezahlt worden ist. Anders als bei einem
eigenen Bankkonto des VN, von dem er regelmäßig abhebt, ist das Geld nie
alle.

Nach meinem Empfinden (auf das es freilich nicht ankommt), sind das
keine Einkünfte, da ja das Geld vorher in der umgekehrten Richtung
geflossen ist. Auch die Steuer sieht das so: versteuert wird nur der
Ertragsanteil, der ja sonst der Kapitalertragsteuer unterlegen hätte,
nicht aber der Anteil, der in der Rückerstattung des eingezahlten
besteht. Das wird dann irgendwie pauschal gerechnet, z.B. mit 18 %
Ertragsanteil.

Die GKV sieht das aber *alles* in voller Höhe als Einkünfte an, und für
alle Einkünfte hat der (meist unfreiwillig) freiwillig Versicherte
seinen Beitrag abzudrücken. Mir kommt das so schräg vor, dass ich
annehme, dass da schon dagegen geklagt wurde. weiß da jemand was?
--
Helmut Richter
Reinhard Zwirner
2017-01-23 01:00:47 UTC
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Raw Message
Helmut Richter schrieb:

[...]
Post by Helmut Richter
Die GKV sieht das aber *alles* in voller Höhe als Einkünfte an, und
für alle Einkünfte hat der (meist unfreiwillig) freiwillig
Versicherte seinen Beitrag abzudrücken. Mir kommt das so schräg vor,
dass ich annehme, dass da schon dagegen geklagt wurde. weiß da jemand
was?
Guck mal hier:

<http://www.online-pkv.de/pkv-bu-blog/kassenbeitraege-auf-privatrenten-das-urteil-des-bsg-12-kr-2808-r/>

HTH

Reinhard
Lutz Schulze
2017-01-23 04:47:35 UTC
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Raw Message
Post by Reinhard Zwirner
[...]
Post by Helmut Richter
Die GKV sieht das aber *alles* in voller Höhe als Einkünfte an, und
für alle Einkünfte hat der (meist unfreiwillig) freiwillig
Versicherte seinen Beitrag abzudrücken. Mir kommt das so schräg vor,
dass ich annehme, dass da schon dagegen geklagt wurde. weiß da jemand
was?
<http://www.online-pkv.de/pkv-bu-blog/kassenbeitraege-auf-privatrenten-das-urteil-des-bsg-12-kr-2808-r/>
HTH
Als Ergänzung: möglicherweise kann der ehemals freiwillig in der GKV
Versicherte ja mit Rentenbeginn in die Krankenversicherung der Rentner
wechseln:

http://www.finanztip.de/gkv/krankenversicherung-der-rentner/

Dann ist er Pflichtversicherter und diese Zahlung wird nicht mehr
berücksichtigt.

Sich frühzeitig damit zu befassen kann sich lohnen, allerdings kann sich die
Rechtslage dann auch noch ändern bis es so weit ist.

Lutz
--
Mit unseren Sensoren ist der Administrator informiert, bevor es Probleme im
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Matthias Frank
2017-01-23 11:59:36 UTC
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Raw Message
Post by Lutz Schulze
Sich frühzeitig damit zu befassen kann sich lohnen, allerdings kann sich die
Rechtslage dann auch noch ändern bis es so weit ist.
In der Tat muss man das frühzeitig machen:

"Wer zu 90 Prozent der zweiten Hälfte seines Erwerbslebens gesetzlich
versichert war, darf in die KVdR. Versicherte sollten sich daher vor dem
40. Lebensjahr entscheiden, ob sie langfristig gesetzlich oder privat
versichert sein wollen."


Man darf meines Wissens auch nicht über der Beitragsbemessungsgrenze
sein und damit frewillig versichert, was einem ja am
Ende des Berufslebens, wenn man die Karriereleiter ein bisschen
hoch gefallen ist, leicht mal passieren kann.
Da bekommt man die letzten 3 Jahre vom Chef ne nette Gehaltserhöhung
als Anerkennung und dann darf man seine Mieteinnahmen und Zinsen mit
Krankenversicherungsbeiträgen belasten.
:-(
Frank Kozuschnik
2017-01-23 13:19:06 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Matthias Frank
"Wer zu 90 Prozent der zweiten Hälfte seines Erwerbslebens
gesetzlich versichert war, darf in die KVdR. [...]"
Man darf meines Wissens auch nicht über der
Beitragsbemessungsgrenze sein und damit frewillig versichert [...]
Doch, auch Zeiten der freiwilligen Mitgliedschaft sowie der
Familienversicherung zählen zur Vorversicherungszeit für die
Krankenversicherung der Rentner.

Um freiwillig versichert zu werden, muss das Einkommen außerdem die
Pflichtversicherungsgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze) überschreiten.
Die liegt zurzeit (2017) bei 57.600 Euro im Jahr, also höher als die
Beitragsbemessungsgrenze. Nur für Personen, die am 31.12.2002 schon die
damalige Grenze überschritten hatten und privat krankenversichert waren,
gilt noch eine besondere Pflichtversicherungsgrenze, die der
Beitragsbemessungsgrenze entspricht (52.200 Euro).
Lutz Schulze
2017-01-23 13:33:50 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Frank Kozuschnik
Post by Matthias Frank
Man darf meines Wissens auch nicht über der
Beitragsbemessungsgrenze sein und damit frewillig versichert [...]
Doch, auch Zeiten der freiwilligen Mitgliedschaft sowie der
Familienversicherung zählen zur Vorversicherungszeit für die
Krankenversicherung der Rentner.
So ist es. Ziemlich komplex, die ganze Materie.

Lutz
--
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