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Spionage-Software (Keylogger) auf Arbeitsplatzrechner erlaubt?
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Thomas Homilius
2017-07-27 18:14:27 UTC
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Kann ich als Arbeitnehmer verlangen, dass mein Arbeitgeber nicht
standardmaessig eine Spionagesoftware mit Keylogger und Screenshots auf
meinen Arbeitsplatzrechner installiert und mich somit ueberwacht?

Es gibt zwar ein arbeitsrechtliches Beweisverwertungsverbot, wenn ein
Arbeitgeber solch eine Spionage-Software ohne Grund macht, aber ich
moechte grundsaetzlich nicht ueberwacht werden! Der Arbeitgeber kann die
gesammelten Beweise sowieso nicht verwerten.


Ueberwachung mittels Keylogger - Verwertungsverbot
Bundesarbeitsgericht Urteil vom 27. Juli 2017 - 2 AZR 681/16 -
<http://juris.bundesarbeitsgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bag&Art=pm&nr=19403>
--
E-Mail: ***@gmail.com | GPG-Key: 0xA5AD0637441E286F
Werner Holtfreter
2017-07-27 18:25:03 UTC
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Der Arbeitgeber kann die gesammelten Beweise sowieso nicht
verwerten.
Lediglich *vor Gericht* kann er sie nicht verwerten!
--
Gruß Werner

Thomas Homilius
2017-07-27 19:05:31 UTC
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Post by Werner Holtfreter
Der Arbeitgeber kann die gesammelten Beweise sowieso nicht
verwerten.
Lediglich *vor Gericht* kann er sie nicht verwerten!
Wie soll der Arbeitgeber die Beweise denn anders verwerten wollen als
vor Gericht?
--
E-Mail: ***@gmail.com | GPG-Key: 0xA5AD0637441E286F
Lutz Schulze
2017-07-27 19:11:52 UTC
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Post by Thomas Homilius
Post by Werner Holtfreter
Der Arbeitgeber kann die gesammelten Beweise sowieso nicht
verwerten.
Lediglich *vor Gericht* kann er sie nicht verwerten!
Wie soll der Arbeitgeber die Beweise denn anders verwerten wollen als
vor Gericht?
Nicht dass ich dass mit den Keyloggern machen würde, aber der hat
regelmässig Entscheidungen zu treffen für die er eine solide Grundlge
braucht.

Lutz
--
Mit unseren Sensoren ist der Administrator informiert, bevor es Probleme im
Serverraum gibt: preiswerte Monitoring Hard- und Software-kostenloses Plugin
auch für Nagios - Nachricht per e-mail,SMS und SNMP: http://www.messpc.de
Messwerte nachträgliche Wärmedämmung http://www.messpc.de/waermedaemmung.php
Werner Holtfreter
2017-07-27 21:52:14 UTC
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Post by Thomas Homilius
Post by Werner Holtfreter
Der Arbeitgeber kann die gesammelten Beweise sowieso nicht
verwerten.
Lediglich *vor Gericht* kann er sie nicht verwerten!
Wie soll der Arbeitgeber die Beweise denn anders verwerten wollen
als vor Gericht?
Für die interne Entscheidung, ob man den betreffenden befördert
und/oder mit Gehaltserhöhung im Unternehmen hält oder ob man bei
passender Gelegenheit versucht, ihn loszuwerden.

Gelegenheiten sind Fehlverhalten, die man bei guten Mitarbeitern
übersehen würde.

Es ist für Unternehmen überlebenswichtig, gute von schlechten
Mitarbeitern unterscheiden zu können. Was aber nicht bedeutet, dass
dazu illegale Mittel notwendig oder ratsam sind.
--
Gruß Werner
http://youtu.be/EGDuWfnNSgw
Georg Wieser
2017-07-30 18:04:25 UTC
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Post by Werner Holtfreter
Es ist für Unternehmen überlebenswichtig, gute von schlechten
Mitarbeitern unterscheiden zu können. Was aber nicht bedeutet, dass
dazu illegale Mittel notwendig oder ratsam sind.
Noch wichtiger ist es *gute* Mitarbeiter von *normalen* Mitarbeitern zu
unterscheiden. Den bei den ersteren empfiehlt sich ein feinfühligeres
Vorgehen. Die sind nämlich selten.

Gott sei Dank auch die *wirklich schlechten*.

Und selbst aus denen lassen sich (manchmal) normale Mitarbeiter formen,
wenn man den Grund für die schlechten Leistungen erkennen und
beeinflussen kann.

Wenn es einfach nur eine Grotten-Pfeife ist, dann muß man ihn halt bei
nächster Gelegenheit austauschen.
Matthias Frank
2017-08-07 08:26:06 UTC
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Post by Georg Wieser
Post by Werner Holtfreter
Es ist für Unternehmen überlebenswichtig, gute von schlechten
Mitarbeitern unterscheiden zu können. Was aber nicht bedeutet, dass
dazu illegale Mittel notwendig oder ratsam sind.
Noch wichtiger ist es *gute* Mitarbeiter von *normalen* Mitarbeitern zu
unterscheiden.
Das schafft man aber nicht mit Überwachungsmassnahmen.

Der eine schafft gute Arbeitsleistungen in 6h am Tag und geht früher,
der andere schafft sein Pensum in 9h und hat ein Haufen
Überstunden auf dem Konto, bzw. ist immer länger da als
der Chef.

Wenn würde man wohl befördern? In vielen Betrieben die rein
auf formal Bewertungen gehen, wahrscheinlich den mit den
Haufen Überstunden. Es ist ja ein top Mitarbeiter, der
sich besonders für die Firma einsetzt.
Bernd Kohlhaas
2017-08-07 09:20:02 UTC
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Hallo,

"Matthias Frank" schrieb
Post by Matthias Frank
Der eine schafft gute Arbeitsleistungen in 6h am Tag und geht früher,
der andere schafft sein Pensum in 9h und hat ein Haufen
Überstunden auf dem Konto, bzw. ist immer länger da als
der Chef.
Wenn würde man wohl befördern? In vielen Betrieben die rein
auf formal Bewertungen gehen, wahrscheinlich den mit den
Haufen Überstunden. Es ist ja ein top Mitarbeiter, der
sich besonders für die Firma einsetzt.
Und dann gibt es noch diejenigen, welche speziell dann besonders fleißig und
emsig wirken, wenn ein Vorgesetzter in der Nähe ist!
--
Bernd Kohlhaas
***@gmx.de
Stefan Schmitz
2017-08-07 14:24:58 UTC
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Post by Matthias Frank
Der eine schafft gute Arbeitsleistungen in 6h am Tag und geht früher,
der andere schafft sein Pensum in 9h und hat ein Haufen
Überstunden auf dem Konto, bzw. ist immer länger da als
der Chef.
Wenn würde man wohl befördern? In vielen Betrieben die rein
auf formal Bewertungen gehen, wahrscheinlich den mit den
Haufen Überstunden. Es ist ja ein top Mitarbeiter, der
sich besonders für die Firma einsetzt.
Ich würde erwarten, dass man dem, der früher geht, mehr zu tun gibt.
Dann fällt der andere auch nicht mehr wegen Überstunden positiv auf.
Matthias Frank
2017-08-11 09:16:31 UTC
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Raw Message
Post by Stefan Schmitz
Post by Matthias Frank
Der eine schafft gute Arbeitsleistungen in 6h am Tag und geht früher,
der andere schafft sein Pensum in 9h und hat ein Haufen
Überstunden auf dem Konto, bzw. ist immer länger da als
der Chef.
Wenn würde man wohl befördern? In vielen Betrieben die rein
auf formal Bewertungen gehen, wahrscheinlich den mit den
Haufen Überstunden. Es ist ja ein top Mitarbeiter, der
sich besonders für die Firma einsetzt.
Ich würde erwarten, dass man dem, der früher geht, mehr zu tun gibt.
Dann fällt der andere auch nicht mehr wegen Überstunden positiv auf.
Das ist auch ne Lösung, die Arbeit wandert dort hin, wo sie gemacht
wird.
U***@web.de
2017-08-12 08:08:48 UTC
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Moin,
Post by Matthias Frank
Post by Stefan Schmitz
Ich würde erwarten, dass man dem, der früher geht, mehr zu tun gibt.
Dann fällt der andere auch nicht mehr wegen Überstunden positiv auf.
Das ist auch ne Lösung, die Arbeit wandert dort hin, wo sie gemacht
wird.
Wenn sich das nicht deutlich auf dem Gehaltskonto
des Schnellarbeiters widerspiegelt, wird er sich
wohl irgendwann an den Kopf fassen.

Gruß, ULF
Georg Wieser
2017-08-13 14:37:23 UTC
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Post by U***@web.de
Moin,
Post by Matthias Frank
Post by Stefan Schmitz
Ich würde erwarten, dass man dem, der früher geht, mehr zu tun gibt.
Dann fällt der andere auch nicht mehr wegen Überstunden positiv auf.
Das ist auch ne Lösung, die Arbeit wandert dort hin, wo sie gemacht
wird.
Wenn sich das nicht deutlich auf dem Gehaltskonto
des Schnellarbeiters widerspiegelt, wird er sich
wohl irgendwann an den Kopf fassen.
Gerade bei großen Firmen wird dieses in Familenbetrieben völlig normale
Verhalten -nach erbrachter Leistung zu bezahlen- oft sehr erfolgreich
von den sogenannten "Arbeitnehmervertretungen" mann nennt sie auch
Betriebsräte.... verhindert.


Wenn ich mir ansehe, was da so bei manchen Großkonzernen stattfindet, da
wird Leistungsbereitschaft quasi als Belegschaftsverrat geführt.
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